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Ewige Kritik an der Herzogin: Liebe Briten: “Me-Me-Meghan” nervt euch – aber was habt ihr denn erwartet?

Ewige Kritik an der Herzogin: Liebe Briten: “Me-Me-Meghan” nervt euch – aber was habt ihr denn erwartet?




Schüchtern und doch selbstbewusst spricht die elfjährige Meghan Markle mit einem TV-Team und erklärt eloquent, warum ihr eine Fernsehwerbung des Unternehmens Procter and Gamble übel aufgestoßen ist. “Frauen überall in Amerika kämpfen gegen fettige Pfannen und Töpfe”, heißt es in besagtem Spot. “Deshalb habe ich mich gefragt, ob es möglich wäre, die Werbung wie folgt zu ändern: ‘Menschen überall in Amerika kämpfen gegen dreckige Töpfe und Pfannen'”, sagt das junge Mädchen. Und tatsächlich: Procter and Gamble änderte die Werbung damals – Meghan sei dank.Meghan Presse 12.20Meghan Markle: Feindbild der britischen Presse?26 Jahre später ist aus der kleinen Meghan Markle Herzogin Meghan von Sussex geworden. Sie hat eine erfolgreiche Karriere als Schauspielerin hinter sich gelassen und ist nun – der Liebe wegen – Teil des britischen Königshauses. Aber sie ist auch, so scheint es, die aktuell größte Feindin von großen Teilen der britischen Presse. Piers Morgan nennt sie in der “Daily Mail” eine “B-Klasse-Schauspielerin”, sagt, Meghans Ego sei “außer Kontrolle”. In der “Sun” wird ihr vorgeworfen, sie verhalte sich wie eine privilegierte Berühmtheit und nicht wie ein Royal.Der Grund für die Schnappatmung der vornehmend männlichen Medienvertreter: Meghan hat als Gast-Chefredakteurin an der britischen “Vogue” mitgearbeitet und auf dem Titel bewusst nicht sich selbst inszeniert, sondern Frauen, die mit unterschiedlichen Projekten die Welt verändern wollen. “Kräfte des Wandels”, nennt Meghan die inspirierenden Persönlichkeiten.Meghan Markle Homepage 15.41Royals dürfen sich nicht politisch positionierenUnd, ja, es stimmt: Meghans Auswahl ist durchaus politisch. Unter den Frauen finden sich Trump-Gegnerinnen und Klimakämpferinnen. Allesamt sind sie Feministinnen – wie Meghan auch. Das scheint der konservativen Presse in Großbritannien nicht zu passen. Royals dürfen nicht politisch sein, pöbeln sie. Meghan verfolge eine linke Agenda, so der Vorwurf.  Sie haben Recht, wenn sie sagen, Mitglieder des Königshauses dürfen politisch nicht Stellung beziehen. Und trotzdem schwingt in der Kritik an der 37-Jährigen etwas anderes mit.Kritik verfolgt ein Ziel: Meghan kleinzukriegenDenn die Journalisten bleiben keineswegs neutral. Sie beschimpfen sie, nennen Markle “Me-Me-Meghan” und werfen ihr Heuchelei vor. Zuletzt hat die “Daily Mail” rausgekramt, das Babytuch, in das die Herzogin ihr Baby Archie bei einem Polospiel gewickelt hatte, würde von indischen Fabrikarbeitern für zirka 40 Cent die Stunde gefertigt. All diese Geschichten verfolgen ein Ziel: Meghan zu demontieren, sie kleinzukriegen. Denn was die Herren in den Redaktionsbüros offenbar so fuchsig macht, ist Meghans Eigenständigkeit. Sie ist keine scheue Bürgerliche, die devot in die Kameras blinzelt und tut, wie ihr geheißen.Meghan Markle ist eine eigenständige, 37-jährige Frau, die sich bereits vor ihrer Ehe mit dem Prinzen für diverse wohltätige Zwecke eingesetzt hat. Jetzt, als eine der meist beachteten Herzoginnen unserer Zeit, hat sie noch mehr Einfluss – und diesen nutzt sie. Was soll sie auch sonst machen? Zuhause in Frogmore Cottage sitzen, das Kind hin und her wiegen, ab und zu wichtige Hände schütteln und ansonsten zu allem Ja und Amen sagen, was ihr aufgetischt wird?  Herzogin Meghan arbeitet für britische Vogue_videoSexistisches VokabularNur dann wären die Kritiker ihr milde gestimmt, so viel ist klar. Das Vokabular, das im Diskurs um Meghan genutzt wird, könnte aus einem Handbuch für Sexismus aus den 50er Jahren kommen. “Herrisch” wird sie genannt. Würde Prinz William so bezeichnet werden, wenn er für das einsteht, an das er glaubt? Nein. Sie sei “schwierig” und habe “hohe Erwartungen”, schrieb die “Sun” einst. “Was Meghan will, kriegt sie”, soll Harry das Personal angebrüllt haben. Das klingt eher nach einem etwas aufbrausenden Prinzen als nach einer anstrengenden Herzogin, aber gut. Diese Geschichte ließe sich natürlich nicht im Ansatz so schön ausspinnen. Das Paradoxe an dem Meghan-Hass ist, dass die ehemalige “Suits”-Darstellerin am Anfang als frischer Wind im Königshaus gefeiert wurde. Dieser frische Wind, von vielen herbeigesehnt, wurde von der Presse mittlerweile umbenannt in “Hurricane Meghan”. Die Situation erinnert an das Drama um Prinzessin Diana – vom gefeierten Star zum gejagten Zielobjekt. Vielleicht erinnert sich Meghan Markle dieser Tage zurück an ihr elfjähriges Ich. Wie stolz dieses Mädchen wäre, wüsste es um den Einfluss, den es irgendwann haben würde. Und ihren Kritikern sei gesagt: Ihr schafft das schon. Wachstumsschmerzen tun immer ein bisschen weh. Aber frischer Wind tut gut – besonders im angestaubten Königspalast. Quellen: “Daily Mail” / “The Sun” / “The Sun 2”



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Author : Luisa Schwebel

Publish date : 2019-07-31 19:13:28

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